METALL KALT UMFORMEN

Das Verfahren: Fließpressen mit starrem Werkzeug

Fließpressen ist ein Massivumformverfahren, bei dem der Werkstoff eingeschlossen zum Fließen gebracht wird. Durch eine Presse wirkt schlagartig eine hohe Kraft auf ein Bauteil ein. Aus der Kraft entsteht im Material eine Druckbeanspruchung, die, wenn sie die Druckfließgrenze (RP0,2) des Werkstoffes überschreitet, zu einem Fließen des Werkstoffes führt. Nachdem die Kraft vom Bauteil wieder entfernt wird, bleibt nach der elastischen Rückfederung eine plastische Verformung des Bauteils zurück. Durch das Kaltfließpressen entsteht eine Oberfläche mit sehr guten Rauheitswerten und es kann eine sehr hohe Maß- und Formgenauigkeit erreicht werden. Die Herstellung von Bauteilen mithilfe der Kaltmassivumformung lohnt sich vor allem bei hohen Stückzahlen von mehreren Zehntausend bis Millionen Bauteilen pro Jahr.

 
Voll-Fließpressen
Hohl-Fließpressen
Napf-Fließpressen
Vorwärts-Fließpressen
Rückwärts-Fließpressen
Quer-Fließpressen
I.
 
Vor der Umformung
II.
 
nach der Umformung (UT)
a)
 
Stempel
b)
 
Matrize
c)
 
Pressteil
d)
 
Auswerfer
e)
 
Gegenstempel
f)
 
Dorn
 

Kaltfließpressen wird nach DIN8583-6 in unterschiedliche Verfahrensprinzipien eingeteilt. Es wird zwischen dem Voll-, Hohl- und Napf-Fließpressen unterschieden. Jedes Verfahren kann in die unterschiedlichen Bearbeitungsrichtungen Vorwärts-, Quer- und Rückwärts-Fließpressen eingeteilt werden. Nach der DIN8583-6 gibt es kein Napf-Quer-Fließpressen. Findet ein Verjüngen in einem geschlossenen Werkzeug statt, d.h. taucht der Stempel erst in die Matrize ein bevor er das Bauteil berührt, spricht man vom Vorwärts-Fließpressen.
 
Häufig reicht ein Umformprozess nicht aus, sodass mehrere so genannte Stufen benötigt werden, um die gewünschte Bauteilgeometrie zu erreichen. Ferner ist eine Nachbearbeitung nötig, wenn die Toleranzen anders nicht eingehalten werden können oder die gewünschte Geometrie nicht durch reines Umformen herstellbar ist.